Ein messbares soziales Vergabeversprechen ist eine genehmigte, auftragsbezogene Zusage des Bieters. Sie bezeichnet eine konkrete Tätigkeit, die begünstigte Gruppe, den Leistungsort, Zeitraum, Umfang und Qualitätsmassstab. Dazu kommen die verantwortliche Stelle, ausführende Parteien, finanzierte Ressourcen, Zählregel, Nachweise, Berichtstermine und der Umgang mit Abweichungen. Das Versprechen bleibt getrennt von gesetzlichen Pflichten, zwingenden Ausführungsbedingungen, bereits laufenden Unternehmensprogrammen und erhofften gesellschaftlichen Folgen. Eine tatsächlich absolvierte Qualifizierungsstunde lässt sich unmittelbar steuern. Eine spätere Beschäftigungsaufnahme hängt auch von offenen Stellen und Entscheidungen der Teilnehmenden ab und darf ohne entsprechende Kontrolle nicht wie ein sicherer Liefergegenstand angeboten werden.
Eine Kommune bewertet bei einem Gebäudeservicevertrag die Qualität eines auftragsbezogenen Qualifizierungsangebots für Menschen mit erschwertem Arbeitsmarktzugang. Der Entwurf verspricht Ausbildungschancen, Kooperation mit örtlichen Trägern und nachhaltige Beschäftigung. Er nennt weder Personenkreis noch Stunden, Lerninhalt, Einsatzstelle, Nachweis oder verantwortliche Führungskraft. Ein Unterauftragnehmer soll die Massnahme durchführen, wurde aber noch nicht gefragt. Die Kalkulation enthält keine Betreuungszeit. Aus dem Text kann die Vergabestelle weder eine belastbare Wertungsentscheidung noch später eine eindeutige Leistungskontrolle ableiten.
Ordnen Sie zuerst jede Vorgabe ihrer Funktion im Verfahren zu. Ein Zuschlagskriterium, eine Ausführungsbedingung, ein Eignungsnachweis und eine freiwillige Zusatzleistung sind nicht austauschbar. Binden Sie die soziale Zusage an die ausgeschriebene Leistung und übernehmen Sie Zielgruppe sowie Wertungsmassstab aus den Unterlagen. Entwickeln Sie danach einen prüfbaren Lieferdatensatz: Tätigkeit, Menge, Qualität, Frist, Zuständigkeit, Kosten und Beleg. Trennen Sie sicher steuerbare Ergebnisse von längerfristigen Wirkungen. Lassen Sie Personal, Betrieb, Kaufleute und ausführende Partner die Menge genehmigen. Erst dann wird aus einer guten Absicht eine Angebotszusage.
Vergabefunktion
Verorten Sie die soziale Vorgabe im Verfahren
Öffnen Sie Bekanntmachung, Leistungsbeschreibung, Bewertungsmatrix, Bewerbungsbedingungen, Vertragsentwurf und Anlagen gemeinsam. Erfassen Sie den Wortlaut der sozialen Vorgabe, ihre Fundstelle, das betroffene Los, Mindestwerte, Gewichtung, Wertungsstufen, geforderte Nachweise und Berichtsregeln. Eine Anforderung kann die Ausführung für alle Bieter verbindlich festlegen oder Unterschiede zwischen Angeboten bewerten. Diese Funktionen brauchen verschiedene Antworten.
Nach GWB § 127 können soziale Aspekte in die Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots eingehen, wenn die veröffentlichten Zuschlagskriterien die gesetzlichen Grenzen einhalten. GWB § 128 erlaubt besondere soziale oder beschäftigungspolitische Ausführungsbedingungen mit Auftragsbezug, wenn sie aus der Bekanntmachung oder den Vergabeunterlagen hervorgehen. VgV §§ 58 und 61 regeln Wertung und Beleg weiter. Die konkrete Ausschreibung bestimmt, welche Möglichkeit genutzt wurde.
Übernehmen Sie deshalb nicht ungeprüft Kennzahlen aus britischen oder französischen Modellen. Sie können bei der Gestaltung einer internen Prüffrage helfen, begründen aber keine deutsche Angebotsvorgabe. Offene Rechts- oder Auslegungsfragen gehören an die zuständige Vergabe- oder Rechtsprüfung. Halten Sie deren Entscheid samt Datum fest.
| Funktion | Bieter muss zeigen | Fehler |
|---|---|---|
| Eignung oder Ausschluss | Geforderter Status oder Nachweis | Mit Zukunftsplan antworten |
| Mindestleistung | Vollständige Erfüllung der Vorgabe | Als Zusatznutzen bepunkten |
| Zuschlagskriterium | Qualität und Umfang des Angebots | Nur Unternehmenspolitik nennen |
| Ausführungsbedingung | Lieferweg, Kontrolle und Verantwortung | Kosten und Vertrag ignorieren |
Grenze
Ersetzen Sie die ESG-Erzählung durch einen klaren Auftragsbezug
Ein allgemeines Ausbildungsprogramm kann belegen, dass der Bieter Strukturen, Personal und Erfahrung besitzt. Die wertbare Zusage muss dennoch erklären, was gerade dieser Auftrag auslöst oder finanziert. Benennen Sie die betroffene Vertragsleistung, das eingesetzte Personal, den Ort und den Mechanismus. Bei einem Gebäudeservice kann die Qualifizierung an geplanten Wartungs-, Sicherheits- und Dokumentationsaufgaben anknüpfen. Eine Spende ohne Zusammenhang zur Leistung beantwortet ein auftragsbezogenes Kriterium meist nicht.
Trennen Sie bestehende Aktivität vom zusätzlichen Angebot. Notieren Sie, welche Praxiswochen bereits aus dem Unternehmensbudget stattfinden und welche Stunden, Plätze oder Betreuungsleistungen der neue Vertrag ergänzt. Der Vergleich muss denselben Zeitraum und dieselbe Einheit verwenden. Ein bundesweiter Jahreswert ist kein sauberer Gegenwert für ein kommunales Los.
Eine gesetzliche oder tarifliche Pflicht bleibt Pflicht. Sie wird nicht zum freiwilligen sozialen Mehrwert, nur weil der Bieter sie ausführlich beschreibt. Umgekehrt kann ein bestehendes Verfahren ein glaubwürdiger Lieferweg für eine neue Vertragsmenge sein. Schreiben Sie dann beides: vorhandene Fähigkeit und zusätzlich genehmigte Auftragsleistung.
Zusage
Zerlegen Sie das Versprechen bis jede Stelle entscheiden kann
Formulieren Sie vor dem Fliesstext einen Zusagedatensatz. Er enthält Akteur, Tätigkeit, Zielgruppe, Menge, Einheit, Qualität, Zeitraum, Leistungsort, Kostenstelle, verantwortliche Person, Ausführende, Abhängigkeiten, Nachweis und Abhilfe. Fehlt ein Feld, bleibt es offen. Ein Redakteur darf die Lücke nicht mit einer plausiblen Annahme schliessen.
Die Zielgruppe folgt der Ausschreibung. Wenn eine beauftragte Fachstelle die Berechtigung bestätigt, speichern Sie diese Bestätigung und nicht automatisch den sozialen Hintergrund der Person. Definieren Sie, ob die Zahl Menschen, Verträge, Stunden oder abgeschlossene Lernbausteine meint. Berichten Sie eindeutige Personen neben Leistungsvolumen, damit wiederholte Teilnahme sichtbar bleibt.
Bei mehreren Ausführenden braucht jede Teilmenge eine bestätigte Zuständigkeit. Der Hauptauftragnehmer führt das Gesamtziel und prüft Überschneidungen. Ein Unterauftragnehmer kann 80 von 240 Stunden durchführen, wenn Leistungsort, Betreuung, Abrechnung und Beleg vereinbart sind. Seine Zusage darf weder beim Hauptauftragnehmer noch beim Partner ein zweites Mal als zusätzliche Vertragswirkung erscheinen.
| Block | Festlegung | Freigabe |
|---|---|---|
| Leistung | Tätigkeit, Menge, Qualität und Frist | Betriebsleitung |
| Menschen | Zielgruppe, Zugang, Schutz und Betreuung | Personal und Fachstelle |
| Geld | Entgelt, Material, Aufsicht und Partnerkosten | Kaufmännische Leitung |
| Recht | Kriterium, Daten, Arbeits- und Vertragsgrenze | Befugte Fachprüfung |
| Nachweis | Quelle, Bericht, Annahme und Aufbewahrung | Vertragsmanagement |
Zählung
Definieren Sie Einheit, Abschluss und Mehrfachzählung
Eine Zielzahl ohne Abschlussregel ist nicht prüfbar. Bei Qualifizierungsstunden muss feststehen, ob geplante, besuchte oder bestätigte Stunden zählen. Bei Praxisphasen braucht es eine Mindestdauer und eine fachliche Aufgabe. Bei Beschäftigung ist zu unterscheiden zwischen ausgeschriebener Stelle, Zusage, Arbeitsbeginn und Bestand nach einem Beobachtungszeitraum. Verwenden Sie die Einheit des Auftraggebers und klären Sie wirkungsrelevante Lücken rechtzeitig.
Führen Sie Soll, Beginn, Abschluss und Abbruch als getrennte Zustände. Eine Person kann mehrere Module besuchen, bleibt aber eine Person. Unterrichtszeit, Vorbereitung, Fahrt und Betreuung dürfen nur dann zur Zielmenge gehören, wenn die Regel das vorsieht. Legen Sie fest, wie Krankheit, Terminverschiebung, vorzeitiger Austritt und Wechsel zwischen Unternehmen behandelt werden.
Qualität begrenzt die Zahl. Eine Stunde zählt etwa nur bei bestätigter Anwesenheit, freigegebenem Lerninhalt und qualifizierter Betreuung. Der Massstab darf nicht nachträglich gesenkt werden, um das Soll zu erreichen. Wenn die Ausschreibung eine andere Definition enthält, hat sie Vorrang.
Machbarkeit
Bestätigen Sie Arbeitsplätze, Betreuung, Kosten und Partner
Prüfen Sie die Zusage gegen den wirklichen Personaleinsatzplan. Geeignete Aufgaben, Arbeitsplatz, Schutzkleidung, Zugangsrechte, Unterweisung und Betreuung müssen in den angebotenen Zeitfenstern verfügbar sein. Bei laufendem Betrieb darf eine Qualifizierung weder Sicherheitsregeln umgehen noch die vertragliche Serviceleistung unbemerkt schwächen. Ein alternativer Lernort braucht dieselbe fachliche Qualität und eine vorherige Freigabe.
Kalkulieren Sie Vergütung, Lohnnebenkosten, Ausrüstung, Prüfung, Lernmaterial, Räume, Fahrtregelung, Betreuungszeit, Verwaltung und Berichte. Ordnen Sie jede Position dem Vertrag oder einer ausdrücklich bestätigten anderen Finanzierungsquelle zu. Eine fremde Förderung darf nicht als sicher gelten, solange Bewilligung und Verwendbarkeit fehlen.
Fordern Sie vom Partner eine schriftliche Bestätigung von Zielgruppe, Menge, Zeitraum, Preis, Datenweg und Beleg. Prüfen Sie seine Kapazität für das betreffende Los. Die Nennung eines bekannten Trägers ohne Vereinbarung stärkt die Antwort nicht. Sie schafft eine nicht genehmigte Abhängigkeit.
Beispiel
Prüfen Sie 240 Qualifizierungsstunden im Gebäudeservice
Angenommen, eine Kommune bewertet die Qualität zusätzlicher arbeitsplatznaher Qualifizierung bei einem dreijährigen Gebäudeservicevertrag. Der Bieter bietet 240 bezahlte und betreute Stunden für mindestens sechs berechtigte Teilnehmende im ersten Vertragsjahr an. Pro Person zählen mindestens 20 und höchstens 60 Stunden. Dadurch können weder Kurzbesuche noch eine einzige lange Teilnahme die Zusage allein erfüllen. Die benannte Fachstelle bestätigt die Berechtigung.
Gezählt werden besuchte Stunden mit Sicherheitsunterweisung, freigegebener Lernaufgabe und Anwesenheitsbeleg. Der Hauptauftragnehmer liefert 160 Stunden in Wartungsdokumentation und einfacher Anlagenkontrolle. Ein bestätigter Unterauftragnehmer liefert 80 Stunden in Materiallogistik. Eine abgeschlossene Qualifizierung wird berichtet. Eine spätere Beschäftigung nach drei und sechs Monaten wird nachverfolgt, aber nicht garantiert.
Betriebsleitung und Partner reservieren zwei Betreuungspersonen. Die Kalkulation enthält Entgelt, Ausrüstung und Aufsicht. Fallen vermittelte Teilnehmende aus, aktiviert der verantwortliche Personalmanager innerhalb von zehn Arbeitstagen den vereinbarten Ersatzweg. Das Beispiel ist keine allgemeine Sollgrösse. Der eigene Wert muss aus Ausschreibung, Kapazität, Kosten und genehmigtem Lieferweg entstehen.
| Aussage | Zählregel | Beleg |
|---|---|---|
| 240 Stunden | Nur bestätigte Anwesenheit im Vertragsjahr | Stundenregister |
| Mindestens sechs Personen | Eindeutige berechtigte Teilnehmende | Bestätigung der Fachstelle |
| Fachliche Qualität | Unterweisung und freigegebene Lernaufgabe | Lern- und Betreuungsnachweis |
| Partneranteil | 80 Stunden im Gesamtziel, einmal gezählt | Geprüfter Partnerbericht |
| Beschäftigungsfolge | Beobachtung nach drei und sechs Monaten | Aggregierte Nachverfolgung |
Angebot
Schreiben Sie eine wertbare Antwort, die der Vertrag tragen kann
Beginnen Sie mit der genehmigten Zusage und folgen Sie der Bewertungsstruktur. Erklären Sie danach Bedarf, Zugang zur Zielgruppe, Inhalt, Ablauf, Ressourcen, Messung, Steuerung und Abhilfe. Frühere Projekte belegen Erfahrung, ersetzen aber nicht die neue Menge. Ordnen Sie jeden Beleg genau der Aussage zu, die er stützt.
Gleichen Sie Zahl und Definition mit Umsetzungskonzept, Personalplan, Preisblatt, Unterauftrag und Vertragsentwurf ab. Ein Angebot über 240 besuchte Stunden passt nicht zu einer Kennzahl über 240 geplante Stunden. Auch Zeitraum, Zielgruppe und Partneranteil müssen übereinstimmen. Kennzeichnen Sie Abhängigkeiten, die der Auftraggeber steuert, ohne die eigene Lieferpflicht pauschal unter Vorbehalt zu stellen.
Eine interne Freigabe macht den Text noch nicht zum Vertrag. Nach Zuschlag sind Vertrag, einbezogene Angebotsbestandteile, Rangfolge und genehmigte Änderungen zu prüfen. Erst der bestätigte Vertragsstand geht in die Leistungskontrolle. Unklare Aufnahme gehört an die Vertrags- oder Rechtsprüfung.
Erfüllung
Führen Sie Bericht und Abweichung ohne neue Zählweise
Übergeben Sie jede bestätigte Verpflichtung bei Mobilisierung an eine verantwortliche Stelle. Der Datensatz enthält Vertragsquelle, Soll, Einheit, Zeitfenster, Teilmengen, Berichtstermine, Nachweise und Annahmestelle. Der Hauptauftragnehmer prüft Partnerdaten, bevor sie in die Gesamtzahl eingehen. Personenbezogene Nachweise bleiben im befugten System; der Auftraggeber erhält die vereinbarte Form.
Zeigen Sie im Bericht Plan, begonnen, abgeschlossen, abgebrochen und akzeptiert. Eine Abweichung erhält Ursache, Auswirkung, Eigentümer, Gegenmassnahme, Termin und Entscheid. Vermittlungsengpass oder Standortausfall kann einen Ersatzweg auslösen. Er ändert nicht rückwirkend die Definition eines Abschlusses.
Eine Vertragsänderung braucht den vorgesehenen Entscheidungsweg. Verknüpfen Sie alte und neue Fassung, statt die frühere Zusage zu überschreiben. So bleibt erkennbar, welcher Wert zu welchem Zeitpunkt galt und wie frühere Berichte entstanden.
Woran gute Arbeit erkennbar ist
Konkrete Ergebnisse für messbare soziale Vergabeversprechen
- Jede soziale Aussage verweist auf die richtige Vergabeunterlage, Funktion, Gewichtung und Vertragsstelle.
- Allgemeine Unternehmenspolitik wird nicht als zusätzliche Leistung des Auftrags verkauft.
- Zielgruppe, Zugangsweg, Einsatzgebiet und Berechtigungsprüfung folgen den veröffentlichten Vorgaben.
- Zahlen besitzen Einheit, Zeitraum, Qualitätsgrenze, Storno- und Mehrfachzählungsregel.
- Ausführungsbedingung und wertbarer Zusatz bleiben getrennt und werden dennoch gemeinsam geplant.
- Personalaufwand, Vergütung, Arbeitsschutz, Betreuung, Räume und Partnerkapazität sind eingepreist.
- Unterauftragnehmer bestätigen ihren Beitrag schriftlich, während der Hauptauftragnehmer verantwortlich bleibt.
- Angebotstext, Projektplan, Preis und Vertragskennzahl beschreiben dieselbe Verpflichtung.
- Abweichungen werden anhand der vereinbarten Regel berichtet und durch einen genehmigten Entscheid behandelt.
Betriebsmodell
So wird die Arbeit ausgeführt
- 01
Vergabefunktion bestimmen
Sichern Sie Fundstelle, Wortlaut, Los, Gewichtung, Mindestvorgabe, Wertungsmethode, Nachweis und geplante Vertragsaufnahme.
- 02
Auftragsbezug erklären
Zeigen Sie, welche Tätigkeit oder welches Personal des konkreten Vertrags die soziale Massnahme trägt.
- 03
Zielgruppe festlegen
Verwenden Sie veröffentlichte Definitionen und benennen Sie die befugte Stelle für Berechtigungsprüfung und Vermittlung.
- 04
Zählregel beschliessen
Definieren Sie Einheit, Soll, Abschluss, Qualität, Zeitfenster, Mehrfachzählung, Ausfall und Beleg.
- 05
Leistbarkeit prüfen
Reservieren Sie Arbeitsplätze, Betreuung, Vergütung, Schutzmassnahmen, Material, Partner und Budget.
- 06
Freigaben verbinden
Holen Sie Entscheidungen von Betrieb, Personal, Einkauf, Recht, Datenschutz und allen ausführenden Unternehmen ein.
- 07
Zusage konsistent schreiben
Übertragen Sie identische Werte in Antwort, Ablaufplan, Kalkulation, Unterauftrag und vorgesehenen Vertrag.
- 08
Erfüllung nachweisen
Führen Sie Soll, Beginn, Abschluss, Annahme, Abweichung und Korrektur über den ganzen Vertragszeitraum.
Bewertung
Fragen, die den Entscheid verändern
- Ist die soziale Vorgabe Eignung, Mindestleistung, Zuschlagskriterium oder Vertragsbericht?
- Welche Fassung der Vergabeunterlagen und welches Los bestimmen die Aussage?
- Wie hängt die Massnahme sachlich mit der ausgeschriebenen Leistung zusammen?
- Welche Zielgruppe und welchen räumlichen Bezug hat der Auftraggeber veröffentlicht?
- Wer darf die Berechtigung einer Person feststellen, ohne unnötige Daten weiterzugeben?
- Welche Einheit bildet die angebotene Leistung korrekt ab?
- Wann gilt eine Stunde, Person, Praxisphase oder Qualifizierung als erbracht?
- Was ist ohnehin Pflicht und welcher Anteil ist ein wertbarer Zusatz?
- Welche Wirkung kann nur beobachtet, aber nicht versprochen werden?
- Welche Einsatzstellen, Aufsichtspersonen, Kosten und Termine sind genehmigt?
- Welcher Unterauftragnehmer liefert welchen Anteil und welchen Nachweis?
- Welche Stelle nimmt den Bericht an und entscheidet über Abhilfe oder Änderung?
Fehlermuster
Wo Teams die Kontrolle verlieren
Ein Leitbild ersetzt die Beschreibung einer auftragsbezogenen Leistung.
Der Bieter erfindet einen lokalen Vorrang, den die Unterlagen nicht vorsehen.
Eine zwingende Bedingung erscheint gleichzeitig als freiwilliger Mehrwert.
Geplante Stunden werden als geleistete Stunden gezählt.
Mehrere Module für dieselbe Person erhöhen fälschlich die Zahl der Begünstigten.
Ein Praxisplatz hat keine Mindestanwesenheit oder definierte Lernaufgabe.
Eine spätere Festanstellung wird ohne freie Stelle und Einstellungsbefugnis garantiert.
Der Unterauftragnehmer erfährt erst nach Zuschlag von seiner zugesagten Menge.
Betreuungszeit und Entgelt fehlen in Kalkulation und Kapazitätsplan.
Berechtigungsnachweise werden breiter gespeichert als für Kontrolle und Vertrag nötig.
Verschiedene Antwortteile nennen verschiedene Mengen oder Fristen.
Ein Ausfall wird durch nachträgliche Änderung der Abschlussregel verdeckt.
Eine beobachtete Beschäftigung wird vollständig dem Vertrag zugerechnet, obwohl andere Einflüsse bestehen.
Messung
Das fertige Ergebnis messen
Gemessen wird der abgeschlossene Prozess inklusive Review-Aufwand und Ausnahmen. Reines Output-Volumen beweist noch keine bessere Arbeitsweise.
- Zuschlagsaussagen mit Fundstelle, Gewichtung, Fassung und zuständiger Freigabe
- genehmigte Zusagen mit Menge, Einheit, Qualitätsgrenze und Vertragsziel
- durch die vereinbarte Stelle bestätigte Teilnehmende
- begonnene, absolvierte und abgebrochene Praxisphasen als getrennte Werte
- bezahlte Praxis- und Qualifizierungsstunden mit Anwesenheitsnachweis
- eindeutige Personen und wiederholte Leistungen getrennt ausgewiesen
- Beiträge von Haupt- und Unterauftragnehmer ohne Doppelzählung
- nachverfolgte Beschäftigungsfolgen mit offenem Verlust zur Nachbeobachtung
- fristgerecht eingereichte und akzeptierte Vertragsberichte
- Planabweichungen mit Ursache, Massnahme, Eigentümer und Entscheid
Fragen
Häufige Fragen
Darf ein bestehendes Ausbildungsprogramm als sozialer Mehrwert gelten?
Es kann Fähigkeit belegen und als Lieferweg dienen. Benennen Sie aber die bereits finanzierte Aktivität und die zusätzliche Menge, die der konkrete Auftrag auslöst. Verkaufen Sie nicht das gesamte Unternehmensprogramm als neue Vertragswirkung.
Was ist der Unterschied zwischen Zuschlagskriterium und Ausführungsbedingung?
Das Zuschlagskriterium bewertet Unterschiede zwischen Angeboten nach der veröffentlichten Methode. Eine Ausführungsbedingung gilt für die spätere Leistung, wenn sie Bestandteil des Vertrags wird. Die Vergabeunterlagen zeigen, welche Funktion gemeint ist.
Sollten wir Personen oder Stunden versprechen?
Verwenden Sie die geforderte Einheit. Stunden zeigen Leistungsvolumen, Personen zeigen Reichweite. Oft braucht der Bericht beide Werte und eine Regel gegen Mehrfachzählung.
Können wir eine spätere Festanstellung zusagen?
Nur wenn eine genehmigte Stelle, Auswahlweg und Einstellungsbefugnis bestehen und die Zusage mit Arbeitsrecht sowie Vergabeunterlagen vereinbar ist. Andernfalls berichten Sie Beschäftigung als beobachtete Folge, nicht als sicheres Ergebnis.
Wie wird die Zielgruppe nachgewiesen?
Nutzen Sie die in der Ausschreibung genannte oder befugte Stelle. Für den Vertragsbericht genügt häufig eine bestätigte Berechtigung und aggregierte Zahl. Speichern Sie keine weitergehenden Sozialdaten ohne Zweck und Befugnis.
Darf ein Unterauftragnehmer Stunden liefern?
Wenn die Unterlagen es zulassen und sein Beitrag schriftlich vereinbart ist. Menge und Nachweis gehen einmal in das Gesamtziel ein. Der Hauptauftragnehmer bleibt gegenüber dem Auftraggeber verantwortlich.
Was tun, wenn der Vermittlungspartner keine Teilnehmenden findet?
Aktivieren Sie den vorab genehmigten Ersatzweg, dokumentieren Sie Prognose und Abhilfe und informieren Sie nach Vertragsregel. Ändern Sie Zielgruppe oder Soll nur über den befugten Vertragsentscheid.
Beweist eine hohe Stundenzahl eine hohe soziale Wirkung?
Nein. Stunden belegen zunächst Aktivität. Qualität, Teilnahmeabschluss und spätere Folgen benötigen eigene Masse und Belege. Eine Wirkung darf nicht allein aus dem Stundenvolumen abgeleitet werden.
Quellen
Primärquellen
- PPN 026, britisches Social Value Model mit Übergang und Vertragskontrolle UK Cabinet Office
- PPN 002 Social Value Model und Standardkennzahlen UK Cabinet Office
- Leitfaden zur Anwendung des PPN 002 Social Value Model UK Cabinet Office
- Britischer Leitfaden zu vertraglichen Leistungskennzahlen UK Cabinet Office
- Procurement Act 2023, Section 23 zu Zuschlagskriterien The National Archives
- Procurement Act 2023, Section 52 zu Vertragskennzahlen The National Archives
- Magenta Book zu Output, Outcome, Monitoring und Zurechnung HM Treasury und Evaluation Task Force
- EU-Ressourcen zur sozial verantwortlichen öffentlichen Beschaffung Europäische Kommission
- Richtlinie 2014/24/EU, Artikel 67 und 70 EUR-Lex
- Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, § 127 Zuschlag Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
- Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, § 128 Auftragsausführung Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
- Vergabeverordnung, § 58 Zuschlag und Zuschlagskriterien Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
- Vergabeverordnung, § 61 Ausführungsbedingungen Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
- Überblick des Bundes zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Französischer Code de la commande publique, Artikel L2112-2 Légifrance
- Französischer Code, Artikel L2112-2-1, wirksam seit August 2026 Légifrance
- Französischer Code, Artikel R2152-7 zu Wertungskriterien Légifrance
- Französischer Leitfaden zu sozialen Aspekten der öffentlichen Beschaffung Französische Direktion für Rechtsangelegenheiten
- Französisches Merkblatt 6 zu sozialen Eingliederungsklauseln Französische Direktion für Rechtsangelegenheiten und OECP
- Französisches Merkblatt 7 zum sozialen Leistungskriterium Französische Direktion für Rechtsangelegenheiten und OECP
Ziva
Proposal-Software für quellenbasierte Antworten auf RFPs, RFIs, DDQs und Fragebögen.
Bid-Management, Proposal-Teams, Presales sowie Security- und Compliance-Verantwortliche. Ausgangspunkt sind der bestehende Ablauf, seine Grenzen und die vorhandenen Nachweise.