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title: "Wie prüft man eine Ausschreibung, die ein KI-Agent gefunden hat?"
description: "Eine Fundmeldung wird unverändert gesichert, bis zu amtlichen Darstellungen zurückverfolgt und für jede einzelne Vergabeaussage geprüft."
canonical: "https://zephior.com/de/insights/build-provenance-for-an-agent-found-tender"
last-updated: 2026-09-03
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# Wie prüft man eine Ausschreibung, die ein KI-Agent gefunden hat?

> Eine Fundmeldung wird unverändert gesichert, bis zu amtlichen Darstellungen zurückverfolgt und für jede einzelne Vergabeaussage geprüft.

Von [Tony Kim](https://zephior.com/de/authors/tony-kim). Veröffentlicht 2026-09-03; aktualisiert 2026-09-03. 18 Min. Lesezeit.

## Definition

Ein Provenienznachweis für einen Ausschreibungsfund beschreibt, wie aus der Ausgabe eines KI-Agenten eine prüfbare Fundmeldung wird. Er enthält die unveränderte Agentenausgabe, ihre sichtbaren Verweise, erlaubte Angaben zum Suchauftrag und Lauf, sämtliche Abruf- und Verarbeitungsschritte, die Rollen der Quellen, amtliche Kennungen und die beobachteten Darstellungen. Jede entscheidungsrelevante Aussage erhält einen eigenen Status: belegt, widerlegt, ungeklärt oder nicht geprüft. Abrufzeit, Sprache, Medientyp, Version und Prüfsumme kennzeichnen die konkret untersuchte Darstellung. Eine Prüfsumme belegt dabei nur, welche Datenbytes vorlagen. Sie sagt weder, wer für den Inhalt verantwortlich ist, noch ob eine Aussage vergaberechtlich oder sachlich stimmt.

## Problem

Eine Agentenantwort wirkt oft vollständiger, als ihre Beleglage ist. Sie nennt vielleicht Auftraggeber, Leistung, Frist und Link in vier Zeilen. Hinter diesen Zeilen können jedoch eine Suchvorschau, ein Verteiler, eine maschinelle Übersetzung, ein älterer Export und eine verkürzte Zusammenfassung liegen. Der Link kann nach mehreren Weiterleitungen zu einer Trefferliste oder zu einer anderen Fassung führen. Der Auftraggeber kann stimmen, während Los, Verfahrensstand oder Uhrzeit falsch sind. Im deutschen Bekanntmachungsdienst kommt eine weitere Trennung hinzu: Der Datenservice Öffentlicher Einkauf stellt Bekanntmachungen und offene Daten bereit, weist aber darauf hin, dass die ausschreibende Organisation für Inhalt und Richtigkeit ihrer Bekanntmachung verantwortlich ist. Wer Fund, Abrufweg, Veröffentlichungsrolle und Einzelprüfung in einem Feld zusammenzieht, kann diese Grenzen später nicht mehr erklären.

## Perspektive

Die Agentenausgabe bleibt als Fundbeobachtung unverändert. Eine Prüferin oder ein weiterer Agent darf sie ergänzen, aber nicht stillschweigend umschreiben. Zuerst wird jeder Verweis in einem sauberen Abrufkontext aufgelöst. Danach werden Veröffentlichungsdienst, ausschreibende Stelle, Vergabeplattform, Datenexport und Drittanbieter nach ihrer tatsächlichen Funktion getrennt. Amtliche Kennungen binden den Fund an Bekanntmachung, Fassung, Vergabeverfahren und Los. Erst dann werden Auftraggeber, Gegenstand, Frist, Status, Dokumente und Kommunikationsweg einzeln geprüft. Öffentliche Abrufe, Kennungsvergleiche, Prüfsummen und Entwürfe des Nachweises können einem Agenten übertragen werden. Anmeldung, Zustimmung zu Nutzungsbedingungen, Kontaktaufnahme, rechtliche Auslegung, Bid-Entscheidung und Abgabe brauchen eine eigene Befugnis.

## Die Fundmeldung bleibt auch dann unverändert, wenn sie falsch ist

Der erste Datensatz beschreibt ausschließlich, was der Agent ausgegeben hat. Er enthält den vollständigen Text, die sichtbaren Verweise und die Beobachtungszeit mit Zeitzonenoffset. Titel, Auftraggeber, Frist, Los, Status, Wert und Ort werden als einzelne Aussagen markiert, aber noch nicht als Vergabefakten gespeichert. Wenn das System eine Laufkennung, Werkzeugversion oder den Suchauftrag offenlegt und die interne Richtlinie eine Speicherung erlaubt, gehören diese Angaben dazu. Andernfalls nennt das Feld den Grund für die Lücke, etwa eine Datenschutz- oder Aufbewahrungsregel.

Korrekturen verändern diesen Datensatz nie. Nennt der Agent 18:00 Uhr und die amtliche Bekanntmachung 12:00 Uhr, bleibt 18:00 Uhr im Fund stehen. Ein neuer Prüfdatensatz hält 12:00 Uhr samt Rohwert, Quelle, Fassung, Los und Abrufzeit fest. Die Beziehung „widerlegt“ verbindet beide Aussagen. Nur so kann später jemand untersuchen, ob die falsche Zeit aus einer Übersetzung, einer veralteten Kopie oder einer fehlerhaften Zusammenfassung kam.

Linktext und Linkziel werden getrennt gespeichert. „Zur amtlichen Bekanntmachung“ kann auf einen Verteiler oder eine Suchseite zeigen. Ein Link kann außerdem ein Sitzungstoken oder einen zeitlich signierten Download enthalten. Solche Geheimnisse gehören nicht in einen öffentlichen Provenienznachweis. Der Datensatz enthält in diesem Fall eine bereinigte Adresse, eine Kennzeichnung der Schwärzung und den Hinweis, dass das Original nur im befugten Bereich liegt.

Der eingefrorene Fund beweist keine Ausschreibung. Er beweist, dass eine bestimmte Ausgabe beobachtet wurde. Diese bescheidene Aussage ist wichtig: Sie verhindert, dass die Genauigkeit einzelner Felder aus dem flüssigen Ton der Antwort abgeleitet wird.

**Unveränderliche Felder der Fundmeldung**

| Feld | Inhalt | Grenze |
| --- | --- | --- |
| fund_id | Eindeutige interne Kennung | Wird nach einer Korrektur nicht neu vergeben |
| erzeugt_von | Agent oder System samt offengelegter Version | Keine Aussage über Richtigkeit |
| beobachtet_am | Zeitstempel mit Offset | Nicht durch das Veröffentlichungsdatum ersetzen |
| eingabe_status | Gespeichert, geschwärzt, nicht verfügbar oder unzulässig | Keine vertrauliche Eingabe erfinden |
| aussagen | Wortlaut und strukturierter Rohwert | Spätere Normwerte bleiben separat |
| sichtbare_verweise | Anzeigetext und Zieladresse | Noch keine Quellenbewertung |

## Jeder Abruf und jede Umwandlung bekommt eine eigene Spur

Für den Nachweis reicht eine klare Dreiteilung. Objekte sind etwa Agentenantwort, HTML-Seite, eForms-Datei, PDF, Screenshot oder extrahierter Text. Vorgänge sind Suche, Weiterleitungsauflösung, Download, Texterkennung, Übersetzung, Feldextraktion und menschlicher Vergleich. Verantwortliche Akteure sind unter anderem der veröffentlichende Dienst, die ausschreibende Organisation, das Recherchesystem und die prüfende Person. Diese Unterscheidung folgt den Grundbegriffen Entity, Activity und Agent aus W3C PROV, kann aber in einer gewöhnlichen Tabelle umgesetzt werden.

Jeder Vorgang nennt Eingabe und Ausgabe. Ein Abruf verwendet die sichtbare Zieladresse und erzeugt eine gespeicherte HTTP-Darstellung. Eine Extraktion verwendet diese Darstellung und erzeugt ein Feldset. Eine Übersetzung verwendet den Quelltext und erzeugt deutschen Text. Der Prüfentscheid verwendet Agentenaussage und amtlichen Beleg und erzeugt einen Status. Fehlt ein solcher Übergang, erscheint ein abgeleiteter Wert fälschlich wie ein direktes amtliches Feld.

Webadressen bezeichnen nicht immer einen unveränderlichen Inhalt. Eine URL kann je nach Sprache, Medientyp, Datum oder Sitzung eine andere Darstellung liefern. Deshalb gehören Endadresse, Abrufzeit, Anfragesprache, Medientyp, gegebenenfalls Content-Language, amtliche Fassung und Prüfsumme in den Objektdatensatz. Weiterleitungen bleiben als eigene Kanten erhalten. Das W3C-Dokument PROV-AQ behandelt gerade solche veränderlichen oder kontextabhängigen Webressourcen und die Auffindbarkeit ihrer Provenienz.

Verantwortung wird ebenfalls eng formuliert. Der Datenservice kann eine Darstellung veröffentlicht haben. Die ausschreibende Stelle verantwortet den Inhalt ihrer Bekanntmachung. Ein Agent hat eine Extraktion ausgeführt. Eine benannte Person hat zwei Werte verglichen. Keine dieser Beziehungen bedeutet automatisch, dass der jeweilige Akteur den gesamten Provenienznachweis oder eine daraus folgende Bid-Entscheidung bestätigt.

**Minimaler Ketteneintrag**

| Typ | Pflichtangaben | Beispielbeziehung |
| --- | --- | --- |
| Objekt | Kennung, Art, Zeit- oder Versionsbezug | eForms-Datei wurde durch Abruf erzeugt |
| Vorgang | Art, Start, Ende, Eingabe, Ausgabe | Extraktion verwendete eForms und erzeugte Aussagen |
| Akteur | Name, Rolle, Verantwortungsumfang | Recherchesystem war dem Abruf zugeordnet |
| Ableitung | Quellobjekt, Zielobjekt, Vorgang | Normdatum wurde aus einem Rohtext abgeleitet |
| Prüfung | Aussage, Beleg, Prüfer, Status | Agentenfrist wurde durch amtliches Feld widerlegt |

## Beim DÖE sind Veröffentlichungsweg und Inhaltsverantwortung zwei Belege

Der Datenservice Öffentlicher Einkauf stellt Bekanntmachungen rückblickend als offene Daten bereit. Seine Open-Data-Richtlinie beschreibt Ausgaben in verschiedenen Formaten, darunter eForms, CSV und OCDS. Für Abrufe nach Veröffentlichungstag oder Veröffentlichungsmonat gilt die Zeitzone Europe/Berlin. Diese Angaben gehören in die Provenienz eines Exports: Endpunkt, Parameter, Zeitbasis, Abrufzeit, Format und gelieferte Kennungen. Sonst lässt sich ein angeblich leerer Tagesabruf später nicht sauber wiederholen.

Die gleiche Richtlinie setzt eine klare Inhaltsgrenze. Der Bekanntmachungsservice ist Veröffentlichungsplattform; für Inhalt und Richtigkeit der einzelnen Bekanntmachung ist die jeweilige ausschreibende Organisation verantwortlich. Im Provenienznachweis entstehen daher zwei Rollen. Der Dienst belegt, dass eine bestimmte Darstellung über seine Veröffentlichungsschnittstelle geliefert wurde. Die ausschreibende Stelle bleibt die verantwortliche Herausgeberin der darin enthaltenen Vergabeangaben. Ein Agent darf beide nicht unter dem allgemeinen Etikett „amtliche Quelle“ verschmelzen.

Die Herkunft eines offenen Datensatzes lässt sich weiter präzisieren. Der DÖE nennt für OCDS-Daten das registrierte Präfix ocds-mnwr74. Nach der OCDS-Spezifikation identifiziert eine OCID weltweit eindeutig einen Vergabevorgang, während eine Release-ID nur innerhalb dieses Vorgangs eindeutig sein muss. Eine Release bildet ein unveränderliches Ereignis ab. Ein Record kann mehrere Releases verzeichnen und zusätzlich aktuelle sowie historische Sichten anbieten. Der Provenienznachweis speichert deshalb nicht nur die OCID, sondern auch Release, Veröffentlichungszeit und verwendete Darstellung.

Ein DÖE-Export kann einen Agentenfund stark belegen, sofern die geprüfte Aussage im dokumentierten Datenumfang liegt. Er ersetzt nicht automatisch die Vergabeunterlagen, eine Portalnachricht oder den bezeichneten Kommunikationsweg. Solche Aussagen werden bis zu der im Verfahren benannten Quelle weiterverfolgt. Ist eine Anmeldung erforderlich und nicht freigegeben, endet die öffentliche Kette mit einem ausdrücklich ungeklärten Status.

## OCID, Bekanntmachung, Fassung und Los dürfen nicht dasselbe Feld teilen

Die Identitätsprüfung beginnt mit dem Namensraum jeder Kennung. Eine OCID verbindet Veröffentlichungen zu einem Vergabevorgang. Die eForms-Bekanntmachungskennung bezeichnet eine Bekanntmachung, und ihre Versionskennung unterscheidet redaktionelle Fassungen. Eine Veröffentlichungsnummer kann den öffentlichen Abruf ermöglichen. Auftraggeberreferenz und Loskennung haben wieder einen anderen Geltungsbereich. Jeder Wert wird zusammen mit Bezeichnung, Schema, Herausgeber und Quellobjekt gespeichert.

Der Agentenfund erhält zunächst nur behauptete Kennungen. Der amtliche Abruf liefert beobachtete Kennungen. Eine Beziehung zwischen beiden braucht eine Regel: exakte Übereinstimmung im selben Schema, eine ausdrückliche amtliche Verknüpfung oder eine bereits geprüfte Identitätsentscheidung. Gleicher Titel, gleicher Auftraggeber und gleiches Datum können eine Suche stützen, reichen aber nicht für einen eindeutigen Provenienznachweis.

Besonders gefährlich ist eine teilweise Übereinstimmung. Agent und DÖE-Record können dieselbe OCID tragen, aber verschiedene Releases oder Lose betreffen. Dann ist die Verfahrensfamilie belegt, die einzelne Frist jedoch noch nicht. Umgekehrt kann ein Portal eine Auftraggeberreferenz statt der OCID verwenden. Der Nachweis hält beide Kennungen und die amtliche Querverbindung fest, statt eine davon in die andere umzubenennen.

Der Leitfaden zur amtlichen Bekanntmachung klärt bei Bedarf die Quellenautorität. Weitere Leitfäden liefern einen dauerhaften Wiederauffindungsweg, entscheiden über Duplikate und verwandte Bekanntmachungen oder prüfen die Verwendbarkeit eines möglicherweise veralteten Datensatzes. Dieser Provenienznachweis übernimmt deren Ergebnisse als belegte Kanten. Ungeklärte Identität wird nicht durch eine weitere Ähnlichkeitssuche zu „bestätigt“ erklärt.

## Eine Fundmeldung kann gleichzeitig belegt und widerlegt sein

Zerlege zusammengesetzte Sätze. „Die Stadt sucht für drei Jahre Reinigungsleistungen in zwei Losen; Frist ist der 6. November“ enthält Aussagen zu Auftraggeber, Leistung, Laufzeit, Loszahl und Frist. Der Status „offen“ kann nur angedeutet sein, muss aber ebenfalls getrennt werden, sobald er für die weitere Nutzung zählt. Jede Zeile enthält den Originalwortlaut, einen vorsichtig normalisierten Wert, den behaupteten Geltungsbereich und den sichtbaren Agentenverweis.

Belegt bedeutet, dass eine für diesen Fakt zuständige Quelle die Aussage für das gebundene Verfahren, die Fassung und das Los zum Beobachtungszeitpunkt direkt stützt. Widerlegt verlangt einen materiell unvereinbaren amtlichen Wert. Ungeklärt gilt bei fehlendem Zugang, mehrdeutiger Zuordnung, widersprüchlichen amtlichen Angaben oder unzureichender Fundstelle. Nicht geprüft kennzeichnet bewusst ausgeklammerte Aussagen. Ein erfolgloser Suchlauf widerlegt eine Behauptung nicht.

Die Fundstelle muss enger sein als eine Portalstartseite. Nenne Feldbezeichnung, Tabellenzeile, Abschnitt oder einen kurzen Textausschnitt. Rohwerte bleiben erhalten, bevor Datum, Währung, Einheit oder Organisationsname normalisiert werden. Eine Frist ohne belegte Zeitzone wird nicht in UTC umgerechnet. Der eigene Frist- und Zeitzonenprozess kann später ein Ergebnis liefern, das dieser Nachweis mit Quelle und Prüfzeit referenziert.

Das Gesamtergebnis darf gemischt sein. Auftraggeber und Vergabeverfahren können belegt sein, die Agentenfrist widerlegt, das Los ungeklärt und der aktuelle Status nicht geprüft. Genau diese Mischung schützt das nächste Team vor einem pauschalen grünen Haken.

**Prüfjournal je Aussage**

| Feld | Pflichtinhalt | Prüfregel |
| --- | --- | --- |
| aussage_id | Unveränderliche lokale Kennung | Auch nach einer Korrektur beibehalten |
| agentenwortlaut | Exakter Satzteil und Rohwert | Nicht durch den amtlichen Wert ersetzen |
| geltungsbereich | Verfahren, Bekanntmachung, Fassung und Los | Keine Vererbung ohne Beleg |
| amtliche_beobachtung | Rohwert und genaue Fundstelle | Einschränkungen mitkopieren |
| status | Belegt, widerlegt, ungeklärt oder nicht geprüft | Ein Status pro atomarer Aussage |
| begründung | Kurze nachprüfbare Erklärung | Abweichung oder Beleglücke nennen |
| prüfzeit | Zeitstempel mit Offset | Nicht mit Quellveröffentlichung vermischen |
| ablauf | Ereignis oder Höchstalter | Bei Eintritt erneut prüfen |

## Eine Prüfsumme identifiziert die Datei, nicht die Wahrheit der Ausschreibung

Für jede gespeicherte Darstellung wird eine kryptografische Prüfsumme mit benanntem Algorithmus gebildet. Die Prüfsumme einer eForms-XML-Datei gilt nur für diese Bytes. Ein daraus erzeugter CSV-Ausschnitt, extrahierter Text oder Screenshot ist ein eigenes Objekt und erhält eine eigene Prüfsumme. Damit kann eine zweite Person feststellen, ob sie dieselbe Datei prüft. Sie kann daraus nicht ableiten, dass der Betreiber amtlich zuständig war oder der veröffentlichte Inhalt fehlerfrei ist.

ETag und Last-Modified werden unverändert aus der HTTP-Antwort übernommen. RFC 9110 beschreibt beide als Validatoren einer ausgewählten Darstellung. Sie helfen bei einem späteren Vergleich und bei bedingten Abrufen. Ein schwacher ETag kann unterschiedliche, aber als gleichwertig behandelte Darstellungen abdecken. Keiner dieser Werte belegt Vergabeidentität, Quellenrolle oder sachliche Richtigkeit.

Jede bedeutungsverändernde Verarbeitung wird protokolliert. Bei Texterkennung gehören Eingabedatei, Ausgabedatei, Werkzeug, Version, Sprache und Zeit zum Vorgang. Eine Übersetzung behält den Ausgangstext und nennt das Ziel. Eine Datumsnormalisierung speichert Rohtext, erkannte Zeitzone, Regel und Normwert. Ist die Zeitzone nicht belegt, bleibt das Ergebnis ungeklärt. Technisch fehlerfreie Verarbeitung darf keine fehlende fachliche Information vortäuschen.

Das NIST-Profil zu generativer KI nennt Urheber beziehungsweise Erzeuger, Erstellungszeit, Änderungen und Quellen als mögliche Bestandteile von Inhaltsprovenienz. Diese Felder sind für den Agentenfund nützlich. Der Anwendungszweck bleibt hier enger: Der Nachweis dokumentiert die Herkunft der Ausgabe und ihre Bearbeitung. Die Amtlichkeit einer Ausschreibung wird weiterhin aus den zuständigen Veröffentlichungs- und Verfahrensquellen belegt.

## Ein neuer DÖE-Abruf kann einen alten Agentenwert sichtbar widerlegen

In einem erfundenen Beispiel meldet ein Rechercheagent am 3. September eine Ausschreibung für Wartungsleistungen eines Landkreises. Er nennt den 20. Oktober, 15:00 Uhr, zwei Lose und verlinkt auf einen gewerblichen Verteiler. Das Beispiel beschreibt keine echte Vergabe. Die prüfende Person friert die Meldung ein und öffnet den Link ohne bestehende Sitzung. Der Verteiler nennt eine Auftraggeberreferenz und führt über eine Weiterleitung zu einer DÖE-Darstellung.

Der amtliche Datensatz liefert Bekanntmachungs- und Verfahrenskennungen sowie eine OCID. Ein erneuter offener Abruf mit dokumentierter Zeitbasis Europe/Berlin gibt eine eForms-Darstellung zurück. Auftraggeber, Leistungsgegenstand und Verfahren stimmen. Die zwei Lose tragen jedoch unterschiedliche Fristen. Für das im Agententext beschriebene Los gilt 12:00 Uhr. Auftraggeber und Gegenstand erhalten den Status belegt; die pauschale Frist 15:00 Uhr wird für dieses Los widerlegt. Die Aussage „zwei Lose“ ist belegt, ersetzt aber nicht die Loszuordnung der übrigen Fakten.

Die eForms-Datei und der daraus extrahierte Text erhalten getrennte Prüfsummen. Der Extraktionsvorgang nennt Werkzeug und Zeit. Der HTTP-ETag wird als Validator der abgerufenen Darstellung gespeichert. Nichts davon wird als Beweis für die inhaltliche Richtigkeit umgedeutet. Die Open-Data-Richtlinie belegt die Rolle des Veröffentlichungsdienstes, während der Datensatz die ausschreibende Organisation als inhaltlich verantwortliche Stelle nennt.

Der Agent hatte außerdem behauptet, die Vergabe sei noch offen. Der Prüfnachweis übernimmt diese Schlussfolgerung nicht aus der Frist. Ein eigener Statuscheck muss spätere Veröffentlichungen und die bezeichnete Vergabeplattform untersuchen. Bis dahin bleibt der Status nicht geprüft. Die Übergabe enthält damit ein belegtes Verfahren, eine widerlegte Losfrist und eine klar benannte offene Prüfung.

## Der Nachweis endet bei einem geprüften Fund, nicht bei einer Bid-Entscheidung

Der Kettenstatus beschreibt, wie weit der Fund zurückverfolgt wurde. complete_to_official_source gilt, wenn jede geprüfte wesentliche Aussage bis zu einer beobachteten amtlichen Darstellung reicht und deren Rolle belegt ist. complete_to_official_derivation gilt für eine amtlich bereitgestellte Ableitung, deren dokumentierter Umfang die geprüften Aussagen trägt. broken_chain markiert einen fehlenden Link oder Verarbeitungsschritt. source_unavailable kennzeichnet eine bestimmte, aber nicht abrufbare Quelle. identity_conflict sperrt den Fund, wenn keine eindeutige Bekanntmachung, Fassung oder Loszuordnung möglich ist.

Der Datensatz sollte menschenlesbar und in einem stabilen strukturierten Format vorliegen. Objekte, Vorgänge, Akteure, Beziehungen, Rohwerte, Normwerte, Einzelstatus, Belege und Ablaufregeln brauchen feste Feldnamen. Die W3C-Empfehlungen für Daten im Web nennen Provenienz, Versionsangaben, Versionsgeschichte, dauerhafte Kennungen und maschinenlesbare Standardformate als Bausteine für nachvollziehbare Datennutzung. Ein weiterer Agent kann damit gezielt die Belege abrufen, statt eine lange Textzusammenfassung erraten zu müssen.

Vertrauliche Prompts, Zugangsdaten, Sitzungstoken, nicht öffentliche Unterlagen und personenbezogene Daten werden nicht durch die Struktur öffentlich. Eine Schwärzung erhält Grund und Umfang. PROV-AQ weist darauf hin, dass schon eine Provenienzanfrage das Interesse an einer bestimmten Ressource offenlegen kann. Externe Provenienzdienste werden deshalb nur innerhalb der erteilten Befugnis abgefragt.

Eine neue Bekanntmachungsfassung, eine relevante Statusänderung, ein geänderter Quellinhalt, eine neue Portalbeziehung oder das Erreichen einer zeitlichen Prüfschwelle lässt den betroffenen Status ablaufen. Die neue Beobachtung wird angehängt. Alte Belege bleiben erhalten, damit erkennbar ist, warum eine frühere Bewertung zu ihrem Zeitpunkt vertretbar war.

Der Provenienznachweis übergibt den geprüften Fund an die Qualifizierung. Die zugehörigen Leitfäden bestimmen getrennt Quellenautorität, Offenstatus, Frist und Zeitzone, maßgebliche Änderung, dauerhaften Link, die Beziehung ähnlicher Datensätze und deren Aktualität. Wirtschaftliche Attraktivität, Lieferfähigkeit, Anmeldung, Kommunikation und Abgabe bleiben nachgelagerte Entscheidungen mit eigener Verantwortung.

**Kettenstatus und zulässige Verwendung**

| Status | Bedeutung | Nächste zulässige Nutzung |
| --- | --- | --- |
| complete_to_official_source | Geprüfte Aussagen reichen bis zu einer amtlichen Darstellung | Einzelstatus innerhalb ihrer Frist verwenden |
| complete_to_official_derivation | Amtliche Ableitung deckt die geprüften Aussagen nachweislich ab | Nur innerhalb des dokumentierten Datenumfangs verwenden |
| broken_chain | Verweis, Abruf oder Verarbeitungsschritt fehlt | Nur als Recherchefund weitergeben |
| source_unavailable | Identifizierte Quelle war nicht beobachtbar | Erneut abrufen oder befugten Zugang einholen |
| identity_conflict | Fund lässt sich nicht eindeutig an Verfahren, Fassung oder Los binden | Bis zur Identitätsklärung sperren |

## Nützliche Ergebnisse

- Die ursprüngliche Fundmeldung bleibt mit Wortlaut, Links und Beobachtungszeit erhalten.
- Weiterleitungen, Exporte, Downloads, Texterkennung und Normalisierung werden als getrennte Vorgänge sichtbar.
- Der Veröffentlichungsdienst, die inhaltlich verantwortliche Stelle, ein bezeichnetes Portal und ein Drittanbieter erhalten getrennte Rollen.
- Bekanntmachungs-, Versions-, Verfahrens-, Auftraggeber- und Loskennungen bleiben in ihrem jeweiligen Namensraum.
- Jede wesentliche Agentenaussage verweist auf einen genauen Beleg und einen eigenen Prüfstatus.
- Abweichende amtliche Werte überschreiben den Agentenfund nicht.
- Prüfsummen sichern die Identität einer Darstellung, ohne als Autoritätsnachweis missverstanden zu werden.
- Nicht zugängliche Quellen und nicht belegte Beziehungen bleiben ausdrücklich offen.
- Der Fund kann mit einer belastbaren Beleglage an die Qualifizierung übergeben werden.
- Eine unabhängige Person kann die öffentlichen Prüfschritte wiederholen.

## Ablauf

1. **Fundmeldung einfrieren.** Den vollständigen Agententext, sichtbare Links, Beobachtungszeit und zulässige Laufdaten unverändert speichern. Korrekturen kommen ausschließlich in neue Felder.
2. **Abrufweg protokollieren.** Jeden öffentlichen Verweis ohne vorhandene Sitzung öffnen, Weiterleitungen und Suchparameter festhalten und die tatsächlich gelieferte Darstellung bestimmen.
3. **Quellenrollen belegen.** Betreiber, Veröffentlichungsaufgabe, Inhaltsverantwortung und gegebenenfalls die Benennung einer Vergabeplattform aus amtlichen Angaben ableiten.
4. **Identität abgrenzen.** Kennungen für Bekanntmachung, Fassung, Verfahren, Auftraggeber und Los mit Quelle und Schema sichern. Nur belegte Beziehungen verbinden.
5. **Aussagen einzeln prüfen.** Agentenbehauptung und amtliche Beobachtung nebeneinanderstellen, auf eine genaue Fundstelle verweisen und einen begründeten Status vergeben.
6. **Darstellungen kennzeichnen.** Für HTML, eForms, CSV, OCDS, PDF und abgeleitete Texte Abrufzeit, Sprache, Medientyp, Version und Prüfsumme erfassen.
7. **Befristet übergeben.** Kettenstatus, Einzelstatus, offene Prüfungen, Ablaufereignisse und nächsten befugten Schritt ausgeben. Keine Bid-Entscheidung vorwegnehmen.

## Wichtige Entscheidungen

- Welche genaue Ausgabe hat welches System zu welchem Zeitpunkt erzeugt?
- Dürfen Suchauftrag, Modell- oder Werkzeugversion und Laufkennung gespeichert werden?
- Welche sichtbaren Linktexte und Zieladressen enthielt die Fundmeldung?
- Welche Weiterleitungen, Abfrageparameter und Darstellungsformate wurden tatsächlich abgerufen?
- Wer betreibt die Quelle und wer trägt die Verantwortung für den veröffentlichten Inhalt?
- Ist der Datensatz eine amtliche Veröffentlichung, eine amtliche Ableitung oder eine fremde Aufbereitung?
- Welche Kennung bezeichnet das Verfahren und welche nur eine Bekanntmachung oder Fassung?
- Stimmen Auftraggeber und Losumfang in Fund und amtlicher Quelle überein?
- Welche genaue Textstelle oder welches Datenfeld belegt jede Aussage?
- Welche Verarbeitung hat Quelltext in einen normalisierten Wert umgewandelt?
- Welche Aussagen wurden widerlegt, blieben offen oder lagen außerhalb des Auftrags?
- Wann erzwingt eine neue Fassung, eine Statusänderung oder das Alter des Belegs eine Wiederholung?

## Risiken

- Eine präzise klingende Agentenantwort kann ungeprüft in das CRM gelangen.
- Ein Suchsnippet kann als Beleg behandelt werden, obwohl es den Quelltext verkürzt.
- Eine Weiterleitung kann unbemerkt zu einer anderen Fassung oder Sprache führen.
- Ein amtlich betriebener Dienst kann für die Plattform, aber nicht für den Inhalt der einzelnen Bekanntmachung verantwortlich sein.
- Ein Tagesexport kann beim späteren Abruf bereits durch eine neue Bekanntmachung überholt sein.
- Eine OCID kann zusammengehörige Veröffentlichungen verbinden, ohne die richtige Einzelfassung zu bestimmen.
- Eine Korrektur kann die ursprüngliche falsche Aussage und damit die Lernspur löschen.
- Eine Prüfsumme kann fälschlich als Echtheits- oder Wahrheitszertifikat erscheinen.
- Texterkennung oder Übersetzung kann eine Verneinung, Zahl oder Zeitzone verändern.
- Sitzungslinks, Zugangsdaten oder vertrauliche Suchtexte können in einen teilbaren Nachweis geraten.
- Ein vollständig dokumentierter Fund kann mit einer abgeschlossenen Eignungs- oder Bid-Prüfung verwechselt werden.

## Kennzahlen

- Fundmeldungen mit unveränderter Agentenausgabe und Beobachtungszeit
- sichtbare Verweise mit vollständig aufgelöstem öffentlichem Abrufweg
- Darstellungen mit Medientyp, Sprache, Abrufzeit und benannter Prüfsumme
- Quellen mit belegter Betreiber-, Veröffentlichungs- und Inhaltsrolle
- Verfahren mit getrennten Bekanntmachungs-, Versions-, Verfahrens- und Loskennungen
- wesentliche Aussagen mit genauer amtlicher Fundstelle
- Aussagen mit dem Status belegt, widerlegt, ungeklärt oder nicht geprüft
- abgeleitete Werte mit protokolliertem Verarbeitungsvorgang
- Abweichungen, die erhalten statt überschrieben wurden
- Nachweise, die eine unabhängige Prüfung reproduzieren konnte
- Nachweise, die trotz eingetretenem Ablaufereignis weiterverwendet wurden

## Häufige Fragen

### Reicht der Link eines KI-Agenten als Ausschreibungsbeleg?

Nein. Er zeigt zunächst nur, welcher Verweis ausgegeben wurde. Der Abrufweg, die Quellenrolle, die Vergabeidentität und jede wesentliche Aussage müssen getrennt geprüft werden.

### Soll ein falscher Agentenwert durch den amtlichen Wert ersetzt werden?

Nicht im ursprünglichen Fund. Der Agentenwert bleibt unverändert und wird als widerlegt markiert. Der amtliche Rohwert kommt mit Quelle, Geltungsbereich und Prüfzeit in ein eigenes Feld.

### Beweist eine Prüfsumme die Amtlichkeit einer Bekanntmachung?

Nein. Sie identifiziert die gespeicherten Bytes. Betreiber, Veröffentlichungsrolle, inhaltliche Verantwortung und sachliche Richtigkeit brauchen andere Belege.

### Kann ein DÖE-Export als amtliche Quelle dienen?

Für Aussagen innerhalb seines dokumentierten Veröffentlichungs- und Datenumfangs kann er eine amtliche Darstellung sein. Die ausschreibende Organisation bleibt für den Inhalt verantwortlich; Unterlagen oder Portalnachrichten können eine weitere Quelle verlangen.

### Was ist der Unterschied zwischen OCID und Release-ID?

Die OCID identifiziert einen Vergabevorgang weltweit eindeutig. Die Release-ID bezeichnet ein einzelnes Veröffentlichungsereignis und muss nur innerhalb dieser OCID eindeutig sein.

### Was passiert bei einer Quelle hinter Anmeldung?

Die öffentlich belegbaren Aussagen werden geprüft. Der eingeschränkte Teil bleibt ungeklärt, bis eine ausdrücklich befugte Person den Zugang verwendet. Der Agent meldet sich nicht eigenmächtig an.

### Darf der Gesamtfund als belegt gelten, wenn der Auftraggeber stimmt?

Nein. Auftraggeber, Verfahren, Los, Frist, Status, Unterlagen und Route erhalten eigene Ergebnisse. Ein richtiger Auftraggeber gleicht eine falsche Frist nicht aus.

### Wann muss der Provenienznachweis erneuert werden?

Bei einer neuen Fassung, einer späteren Bekanntmachung, geändertem Quellinhalt, einer neuen Portalbeziehung, einer zeitkritischen Prüfschwelle oder einem Identitätskonflikt.

### Entscheidet der Nachweis über Bid oder No-Bid?

Nein. Er liefert einen prüfbaren Fund für die Qualifizierung. Strategischer Fit, Kapazität, Risikoannahme und Freigabe werden in einem eigenen Prozess entschieden.


## Primärquellen

- [Open-Data-Richtlinie des Datenservice Öffentlicher Einkauf](https://oeffentlichevergabe.de/ui/de/Open-Data-Richtlinie), Datenservice Öffentlicher Einkauf
- [PROV-O: Die PROV-Ontologie](https://www.w3.org/TR/prov-o/), World Wide Web Consortium
- [PROV-AQ: Provenance Access and Query](https://www.w3.org/TR/prov-aq/), World Wide Web Consortium
- [Data on the Web Best Practices](https://www.w3.org/TR/dwbp/), World Wide Web Consortium
- [NIST-Profil für Risiken generativer KI](https://nvlpubs.nist.gov/nistpubs/ai/NIST.AI.600-1.pdf), National Institute of Standards and Technology
- [eForms-Schemanutzung und Kennungen](https://docs.ted.europa.eu/eforms/latest/schema/all-in-one.html), Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union
- [OCDS-Kennungen](https://standard.open-contracting.org/latest/en/schema/identifiers/), Open Contracting Partnership
- [OCDS Releases und Records](https://standard.open-contracting.org/latest/en/primer/releases_and_records/), Open Contracting Partnership
- [RFC 9110: HTTP-Semantik, Validatorfelder](https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc9110.html#section-8.8), RFC Editor


## Weiterführende Artikel

- [Welche Ausschreibungsquelle ist offiziell?](https://zephior.com/de/insights/identify-the-official-tender-notice)
- [Wo müssen Fragen zu einer Ausschreibung eingereicht werden?](https://zephior.com/de/insights/verify-the-official-clarification-channel)
- [Quellenangaben im Angebot vor der Abgabe prüfen](https://zephior.com/de/insights/audit-citations-in-an-rfp-response)
- [RFP-Antworten bis auf einzelne Claims zurückverfolgen](https://zephior.com/de/insights/build-claim-level-rfp-traceability)
